Hier mal wie ich die Dinge gelöst habe. Bitte immer daran denken das ich EIN ANFÄNGER bin wenn es um das Restaurieren / Reparieren eines Motorrades geht. Alles was ich hier schreibe habe ich mir erfragt, angelesen oder selbst  durch try&fail rausgefunden. Das heißt das ich  keine Verantwortung übernehme falls das jemand nach macht und dadurch ein Schaden entsteht! Sollte ich in meiner Unwissenheit großen Quatsch erzählt haben, bitte ich hiermit um Entschuldigung. Ich lasse mich  gern eines Besseren belehren.


Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier irgendjemand weiterhelfen kann!


Anlasser
Es handelt sich sich beim Anlasser meiner Z250C um einen Mitsuba SM-8211. Leider habe ich den Anlasser bis jetzt noch nicht im allseits bekannten Internet-Auktionshaus gesehen, genausowenig wie einen Satz Kohlen.  Allerdings hab ich mich sehr gefreut  als ich ein, wie ich finde üppig ausgestattetes Reparaturkit im Internet gefunden habe. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht wegen einer kaputten Dichtung, die war aber auch mit dabei.  Mein Anlasser war sehr verschmutzt, eine Dichtung mit Dichtmasse geflickt und hatte innen einen zähen schwarzen Schleim, den ich mal als Gemisch aus Öl und Kohleabrieb identifizieren würde. Das ist eine echt ätzende und zeitfressende Angelegenheit da was sauber bekommen zu wollen. Beim dem, durch die Hitze vom Motor, aussen sehr festgebackenen Schutz, half nur der Drahtbürstenaufsatz und die Bohrmaschine. Den Kollektor habe ich in einer Werkstatt auf einer Drehbank sauber abdrehen lassen. Von Schleifaktionen Zuhause wurde mir abgeraten, was für mich auch Sinn macht da man vielleicht die Kontaktfläche sauber bekommt aber nicht  exakt  kreisrund / grade und damit dann einen ungleichmäßgen Kohleabrieb provoziert.  

vorher                                                                        nachher
Sehr sorgfälltig sollte man beim Reinigen der Zwischenräume der Kollektorflächen  nach dem abdrehen sein. Zum einen dürfen keine Metallspäne verbleiben (Kurzschlussgefahr), zum anderen sollte man sie Isolierung nicht mit rauskratzen. Eine Lupe und ausreichend Licht helfen ungemein. Vor dem Einbau ins Gehäuse muss man die Plastikhalterung mit dem Blech das zwei der Kohlen trägt, mit dem Isolator einsetzen. Bei mir war das Orginalblech etwas anders so, so das ich mir zuerst mal beim Festschrauben der Anschlusschraube den Isolator kaputtgebrochen habe. Nach einer Reparatur mit Sekundenkleber und  anpassen mit der Feile passte alles. Ich finde das man hier sehr aufpassen muss keinen Kurzschluss einzubauen. Danach hab ich  die Halteplatte mit den Kohlen im Gehäuse auf den Kollektor gesteckt und erst danach habe ich die Spannfedern aufgesetzt und mit einer Art Spitzzange so vorsichtig wie möglich  gespannt. Testlauf war prima, nur der Deckel leitet den Strom nur da wo später die Schrauben sind.

Hier ist noch eine Feder falsch aufgesteckt  die im gespannten Zustand dem Gehäusedeckel zu nahe kommt. 
Das Reperaturkit gibts von Al-Electric Best.Nr. 54017614.



Benzinhahn
Kam auf Reseve gestellt und  festgebacken zu mir. Ausserdem erkennt man einige Lackierversuche. Innerlich hatte ich mich schon darauf eingestellt mich nach einem Ersatz umsehen zu müssen.  Aber nach Auseinanderbauen und eine Runde Ultraschallreiniger geht er wieder. Achtung beim lösen der Schraube am Hahn, wird dieser durch eine Feder rausgedrückt, die dann auch mal munter verloren geht.  Mangels Pfeifenreiniger hab ich die Kanäle mit mehreren Q-Tipps manuell gereinigt. Für die Oberflächen hat mir mein billig-Dremel mit dem Drahtbürstenaufsatz weitergeholfen. Den Siebaufsatz konnte ich zum Reinigen vorsichtig per Hand abziehen. Leider ist die Gummidichtung am Flansch total plattgedrückt, habe aber beim Kawasakihändler eine neue  kaufen können. Habe später noch die Sandstrahlpistole aus dem Baumarkt am Benzinhahn ausprobiert,  was auch die Farbreste in den schlecht zugänglichen Ecken verschwinden lässt und eine noch schönere Oberfläche macht. Übrigens dunkelt das gesandstrahlte Metall im Ultraschallreiniger wieder ab. 

Im Ultraschalleiniger                                              nach der feinen Drahtbürste


Nach dem Sandstrahlen



Bremsen
Eigentlich hatte ich gedacht um das Tauschen der Bremsbacken herumkommen zu können, aber ich wurde in der Werkstatt eines besseren belehrt. Die Bremsbeläge verglasen mit der Zeit. Ich habe aus den Angaben mindestens zweier Teilehändler den Schluss gezogen, dass vorne und hinten die gleichen Bremsbacken zu verwenden sind. Bei mir sind allerdings die Backen vorne größer, was ich aber auch erst bemerkt habe, als ich schon zwei neue Sätze hier liegen hatte. Die für vorne suche ich noch. Bremsbacken und/oder die Beläge müssen frei von Fetten und Ölen sein.



Luftfilter
Alle möglichen Verbrauchsmaterialien gibt es noch problemlos bei diversen Zubehörhändlern zu kaufen. Anscheinend nicht so der Luftfilter (Abmaße: 9,5cm x 7cm x 4,5cm). Ich bin eher zufällig auf einen Händler gestoßen, der einen Ersatzluftfilter führt. Mittlerweile hatte ich mir schon einen sogenannten offenen Luftfilter ersteigert, wohl wissend das ich damit nicht durch den Tüv kommen könnte. Dazu brauche ich dann noch einen Filter für die Motorentlüftung mit einem Aussendurchmesser von 16mm (innen 13mm).





Motor
Eine der ersten Arbeiten nach dem Ausbau war der Bau einer Montagehalterung wie sie im Reparaturhandbuch beschrieben ist. Meine Version hält zwar ist mir persönlich aber noch ein wenig zu instabil, deshalb gabs eine aus Vierkantrohr geschweißte.  Als nächstes gehts am die Reinigung. Ölschmodder bekommt man prima mit Motorreiniger ab. Ich hatte 2 Dosen bei Ebay bestellt die ziemlich schnell leer waren. Für das angelaufene Äussere habe ich verschiedene Sachen ausprobiert, bis ich schließlich auf einen Aufsatz für die Bohrmaschine, Schleifmop / Vliesmop genannt, gestoßen bin. Den Deckel von der Lichtmaschine und die Ventildeckel hab ich mit einem geliehenen Schleifmop bereits machen können. Den Deckel von der Zündung hab ich nicht abbekommen weil die Schrauben vermurkst sind. Der Kontrast sieht ziemlich lustig aus.




Rahmen
Mein Rahmen hat sowohl ein aufgenietetes Typenschild und im Rahmen eingeschlagen die Rahmennummer. Bei der Oberflächenbehandlung muss man darauf achten das die Rahmennummer nicht  durch zu starkes Schleifen oder Lackieren unkenntlich wird, da man wohl ohne zum Brief passender Rahmennummer nicht durch den Tüv kommt.  Die Maße des nackten Rahmens betragen ca. 120cm x 30cm x 70cm  (LBH).

Hier der Sandgestrahlte Rahmen. Habe beim Abholen darauf geachtet den Rahmen nicht ohne Handschuhe zu berühren. Alles was ich nicht anfasse muss ich später nicht entfetten.
Der Sandstahlbetrieb hat ganze Arbeit geliefert. Und das obwohl ich den Rahmen nicht wirklich sauber gemacht hatte, da mir mein Reiniger ausgegangen war. Diesmal ließ man mir das noch grade so durchgehen, freundlicherweise. Jetzt hoffe ich das er so nicht zu lange stehen muss bis es zum Pulverlackieren geht.


Die Pulverlackierung ist echt super geworden, Typenschild frei und Rahmennummer super lesbar. Wer sich über die rauhe Oberfläche wundert: Der Pulverlack der drauf ist kommt normalerweise auf Motoren.



Reifen
Die Reifen an meiner Z250C sehen zwar noch ganz ok aus, aber das soll den Tüv bei der Abnahme wohl weniger interessieren, wie mir gesagt wurde. Reifen dürfen nicht zu alt sein, um eine Abnahme zu bekommen. In meinem Fahrzeugbrief ist für vorne ein 2.75-18 Reifen und für hinten 120 / 90-16 63S Reifen eingetragen. Ich hatte mich im Internet schon nach Preisen orientiert nicht wissend das man auch eine vom Händler  unterschiebene Unbedenklichkeitsbescheinigung des Herstellers braucht. In der Bescheinigung steht, dass die gekauften Reifen auf der Z250C verwendet werden dürfen.  



Tank
Mein Tank ist ein Thema für sich. Nach schätzungsweise 9 Jahren teilweise gefüllt mit Benzin sieht der innen nicht mehr ganz so frisch aus. Nachdem er mittlerweile schon gesandstrahlt ist muss er nun innen entrostet und neu versiegelt werden.

Hier mal das Tankinnere.

Benzinhahnanschluss


Verharzung / Rost



Vergaser
Laut Reparaturhandbuch handelt es sich um einen Keihin CV32 Gleichdruckvergaser . Leider ist hier mein Wissen beschränkt auf die Basisfunktion das der Vergaser ein zündfähiges Benzin-Luftgemisch produziert und dazu  mittels Injektorprinzip Benzin aus der Schwimmerkammer durch Düsen mit verschiedenen Öffnungsgrößen zieht.  Ich hoffe das war so richtig. Deswegen halte ich mich an die nette Warnung tunlichst die Finger davon zu lassen. Ich hab mir sagen lassen das Reinigen im Ultraschallbad ok, womit sicher nicht im Ultraschallbad vollaufen lassen, gemeint  ist. Hab mich mal nur auf das Reinigen der Schwimmerkammer beschränkt , da ich befürchte irgendwas zu verstellen zu können. Nur um irgendwelchen wirren Vorstellungen vorzubeugen ich hab einen kleinen gebrauchten Ultraschallreiniger mit 600ml Becken. Ausserdem hat das Ding einen Timer der es nur 5 Minuten laufen lässt. Um dieses Reinigungsergebniss zu erhalten musste ich sehr oft aufs Knöpfchen drücken. Danach habe ich ihn gesehen das die Teile genug Zeit zum trocknen haben. Kurz vor dem Zusammenbau noch mit Pressluft  durchgeblasen, denn die Düsen dürfen nur mit Luft durchgeblasen werden. Keinesfalls drin rumstochern.


Nach Jahren voll Benzin                                         Nach einiger Zeit im Ultraschallreiniger

Beim Wiedereinbau an den Motor muss man drauf achten das der Flansch zwischen Motor
und Vergaser auch dicht schließt da dort sonst Fremdluft angesogen wird. Problem bei  Vergasern ist es auch wirklich das richtige Gemisch zu bekommen, da sonst zum Beispiel das Motoröl mitverbrennt, was die Schmierung stört, die Reibung erhöht, den Motor zu heiß werden lässt und ihn damit beschädigt.



Zündkerze
In meinem Fahrzeugbrief stehen NGK BR7ES oder ND W22 als zu verwendende Typen. Mir wurde gesagt das es wichtig ist das die alte und die neue die gleiche länge haben, also gleich weit in den Zylinder reinreichen. Ausserdem muss sie fest genug angezogen sein, weil  sonst der Zylinder undicht ist, wie bei mir zu Anfang. Im Netz hab ich gelesen das es anscheinend eine häufigeres Problem ist das Gewinde zu überdrehen, also besser mit Drehmomentschlüssel. Sehr ärgerlich ist es auch wenn man nicht weiß das auf der neuen Kerze oben ein kleines Hütchen sitzt das man zuerst abschrauben muss damit der Zündkerzenstecker passt. Zumindest war das bei mir so. Gibt auch Zündkerzenstecker die brauchen das Hütchen um zu passen. Bekommen habe ich die Kiste übrigens mit einer BOSCH super R6 942, WR 8 DC.